Harald Blüchel gehörte in den 90er Jahren zu den Ausnahmetalenten der Technomusik, bekannt als „Cosmic Baby“. Gleichzeitig war er erster Vertreter und Wegbereiter einer neuen Generation von elektronischen Live-Performern. Die Alben „Stellar Supreme“ (1992), „Thinking About Myself“ (1994) und „14 Pieces“ (1996) zählen zu den Meilensteinen des Trance, einer melodiösen Spielart der Technomusik.

Aus einer zunehmend kritischeren Reflexion seiner Rolle als Person, Künstler und Produkt resultierte ab der Jahrtausendwende die Abkehr von populär-marktorientierten Strukturen hin zu musikalischen Arbeiten, die sich inhaltlich, kompositorisch und klanglich eher der klassischen Gegenwart zuordnen lassen.

Seit 2008 beschäftigt er sich wieder intensiv mit Klaviermusik. „Ich kehrte zu meinen Anfängen zurück: elementar musizieren, mich auf ein Instrument, mein Lieblingsinstrument konzentrieren“. Im Laufe der Zeit entstand daraus eine musikalische Form, die er als minimalistisch-romantizistischen Stil beschreibt. Seine Kompositionen beruhen auf repetitiven Strukturen und rhythmischen Patterns, also den Mitteln der Wiederholung und deren Variation einerseits und prägnanten Melodiemotiven andererseits. Beides sind Hauptmerkmale seiner musikalischen Prägung – von Bach, Mozart und Beethoven bis Cage, Reich, Roedelius und der „Berliner Schule“.

Im März 2020 wird sein Album „No Ordinary Moments“ und das dazugehörige Notenbuch veröffentlicht.

Hardtickets gibt es Ende Januar in Jena im Radsport Ritzel in der Saalbahnhofstraße und in der Jenaer Bücherstube.